Vorsorgebericht Jan 2023 #3 | Swiss Finance Boutique

Vorsorgebericht Jan 2023 #3

Klingelingeling, die Post ist da! Zum Jahresbeginn landet in den Briefkästen oder neu auch im elektronischen Postfach der meisten Schweizer Angestellten, der Pensionskassen- oder auch besser bekannt als Vorsorgeausweis. Wichtige Post, der oft zu wenig Zeit gewidmet wird.  
Was machen Sie damit? Prüfen Sie diesen genauer und schauen Sie sich die Veränderungen zum letzten Jahr an? Oder machen Sie es so, wie der Grossteil und verstauen ihn nach einem kurzen Blick auf die vielen Zahlen im Ordner, bis im folgenden Jahr das nächste Blatt abgelegt wird? Wissen Sie, was diese Zahlen bedeuten?
Nehmen Sie sich dieses Jahr die Zeit, Ihren Vorsorgeausweis genauer anzuschauen. Auf diesem ist ersichtlich, wie viel Kapital Sie in der 2. Säule bereits angespart haben, wie hoch die Rente bei Pensionierung unter den jetzigen Umständen ausfallen würde und auch welche Geldleistungen Sie und Ihre Familie (Partner/Ehemann und Kinder) beim Eintreten eines Risikoereignisses (Tod oder Invalidität durch Unfall oder Krankheit) erhalten. Wenn vielleicht auch etwas unverständlich, enthalten Sie dennoch sehr wichtige Informationen. 

«Die Pensionskasse ist für viele Schweizerinnen und Schweizer der grösste Vermögenswert. Umso wichtiger ist es, den jährlich verschickten Vorsorgeausweis zu verstehen.»

NZZ: 01.02.2021 

Der Ausweis ist in verschiedene Teile gegliedert und enthält folgende Angaben: Personaldaten, Angaben zum Lohn, zu den Beiträgen, zu den Zinssätzen sowie den Vorsorgeleistungen der Pensionskasse. Zudem informiert der Ausweis, ob die Möglichkeit besteht freiwillige Einzahlungen (Einkäufe) zu tätigen. Ausserdem erhalten die Versicherten Angaben zum Austritt sowie zum möglichen Vorbezug von PK-Geldern für den Kauf von Wohneigentum. 
Nach den Personaldaten folgen die Angaben zum Lohn. Der anrechenbare Lohn (Jahreslohn) umfasst alle Gehaltsbestandteile, darunter beispielsweise Überstunden, Zulagen oder ein 13. Monatsgehalt. Für die Berechnung der Beiträge und Leistungen nimmt die PK den versicherten Lohn. Diesen erhält man, wenn man vom anrechenbaren Lohn den Koordinationsabzug abzieht. 

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Im nächsten Abschnitt ist aufgeführt, wie viel Geld der oder die Versicherte sowie der Arbeitgeber (AG) als Altersgutschrift und als Risikobeitrag monatlich oder jährlich in die Pensionskasse einbezahlen. Die Altersgutschriften werden dem Altersguthaben gutgeschrieben, die Risikobeiträge dienen dazu, im Fall von Tod oder Invalidität die entsprechenden Leistungen zu finanzieren. Ist Ihr Jahreslohn höher als CHF 88'200? Prüfen Sie, ob dieser ebenfalls versichert ist? Arbeitgeber sind nicht verpflichtet, Lohnbestandteile oberhalb dieser Grenze zu versichern. Tun sie dies nicht, kann sich nach der Pensionierung eine deutliche Lücke auftun.

In der Rubrik «Voraussichtliche Leistungen im Alter» ist aufgelistet, wie viel Altersguthaben man bei einer Pensionierung zu gewissen Zeitpunkten – also bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren oder schon früher – hätte. Dabei handelt es sich stets um Prognosen, und die Pensionskasse geht bei den Berechnungen davon aus, dass das Einkommen bis zum Renteneintritt gleichbleibt. Das daraus resultierende Altersguthaben wird multipliziert mit dem Umwandlungssatz. So wird die jährliche bzw. monatliche Altersrente aus der beruflichen Vorsorge berechnet. Schauen Sie auch genau an, welche Leistungen bei Invalidität anfallen und wie die Hinterbliebenen im Fall des Todes des Versicherten abgesichert sind. (NZZ: 01.02.2021; Artikel)
Der Pensionskassenausweis hält sehr viele (noch weitere) wichtige Informationen für Sie bereit. Es ist sehr empfehlenswert diese genauer anzuschauen und dessen Bedeutung zu kennen und zu verstehen. Reichen Ihnen die Voraussichtlichen Leistungen im Alter oder bei einem unvorhergesehenen Ereignis aus? 
Bei Fragen oder Unklarheiten dürfen Sie gerne auf uns zukommen. 

Ausschnitt aus dem sfb Quartalsbericht


Was ist im 4. Quartal passiert? 
Nach der stark überverkauften Marktsituation per Ende September, hat am 12. Oktober bei einem Stand von 3'577 Punkte im S&P 500 eine starke Gegenbewegung von +14% eingesetzt, welche bis zum 1. Dezember andauerte. Die Erholung war hauptsächlich von der Hoffnung auf ein baldiges Zins-Top in den USA getrieben, nachdem die Inflationsdaten stärker gesunken waren als vom Markt erwartet. Die Inflation ist mit 7.7% zwar immer noch sehr hoch, doch der Trend geht in die richtige Richtung. Im Zuge dieser Hoffnung einer baldigen Abkehr von weiteren Straffungsmassnahmen des Fed, sind auch die Renditen der 10-jährigen US-Treasury Bonds von ihrem Hoch von 4.22% Mitte Oktober auf 3.48% Mitte Dezember gefallen. Die Obligationenmärkte konnten sich daraufhin, nachdem historischen Crash, sukzessive von den Tiefstständen etwas erholen. Die US-Notenbank erhöhte im Dezember ihren Leitzins «nur noch» um 0.50% auf 4.25% bis 4.50%. Jerome Powell ist damit, wie vom Markt erwartet, bei der Geschwindigkeit der Straffungen etwas vom Gas gegangen. An seiner Rede nach dem Zinsentscheid am 13. Dezember, hielt Powell aber auch ganz klar fest, dass die Inflation weit über der Zielmarke des Fed’s von 2.00% notiert und der Markt noch geraume Zeit mit erhöhten Zinsen leben müsse.


Wie sehen wir die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten?
Nachdem die Notenbanken die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen im Dezember zerschlagen haben, ist davon auszugehen, dass das Umfeld an den Finanzmärkten weiter anspruchsvoll bleiben wird. Es gibt aber auch Licht am Horizont. Die Regierung in China hat im Dezember dem zunehmenden Druck ihrer unzufriedenen Bevölkerung hinsichtlich der Zero-COVID-Strategie nachgegeben. Auch die Lieferkettenthematik könnte nochmals aktuell werden, da Mitarbeiter aufgrund von Coronaerkrankungen fehlen dürften. Sobald aber auch China die Durchseuchung hinter sich hat, kann von stark positiven Impulsen ausgegangen werden. Hier erwarten wir positive Effekte für die Luxusgüter-, Reise- und Rohstoffbranche. Die US-Präsidentschaftswahlen 2024 dürften spätestens im 2. Halbjahr 2023 ebenfalls für Rückenwind an den Märkten sorgen, da mit Stimulierungsmassnahmen der amtierenden US-Regierung gerechnet werden kann.


Entwicklung der sfb-Vorsorge-Strategien:
Das Risiko-/Renditeverhältnis bei Obligationen schätzen wir 2023 als attraktiv ein. Es gibt Chancen bei Unternehmensanleihen, hochverzinslichen Anleihen. Dieser Markt ist wieder eine echte Alternative zu Aktien und Immobilien! Die komfortable Liquiditätsquote haben wir schrittweise genutzt, um die Obligationenquote sukzessive auszubauen. Im Jahr 2023 werden wir diesen Kurs fortsetzen und zudem eine Anfangsposition im Gold- sowie Metallsektor aufbauen.  
 

Positionierung & Performance

Positionierung und Performance